Bei der Gesundheitsversorgung auch die Physiotherapie im Blick behalten

Bianca Winkelmann besuchte Praxis von Philipp Rutenkröger

21.04.2022, 07:26 Uhr | Bianca Winkelmann
Bianca Winkelmann MdL hat die Praxis von Philipp Rutenkröger besucht, um sich über die Situation der Physiotherapeuten zu informieren, und gleichzeitig auch ein paar der Sportgeräte ausprobiert.
Bianca Winkelmann MdL hat die Praxis von Philipp Rutenkröger besucht, um sich über die Situation der Physiotherapeuten zu informieren, und gleichzeitig auch ein paar der Sportgeräte ausprobiert.

Einst praktizierte hier Kinderarzt Dr. Helmut Schöpfer, heute ist das markante Gebäude mit dem Gründach in der Espelkamper Ostlandstraße die Heimat von „Green Physio“. Die heimische Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann hat sich nun mit Inhaber Philipp Rutenkröger getroffen, um über seine Arbeit als Physiotherapeut und Personal Trainer zu sprechen.

Vor einem guten Jahr hat er die Praxis eröffnet und setzt dabei sehr auf Nachhaltigkeit. „Wir machen zum Beispiel sehr viel Outdoor-Fitness“, sagt Philipp Rutenkröger und verweist auf den angrenzenden Borås-Park oder den Auesee. „Die Bedingungen in Espelkamp sind ideal.“ Außerdem wird vollständig auf elektrisch betriebene Geräte verzichtet, stattdessen wird beispielsweise das eigene Körpergewicht effektiv eigesetzt.

Bianca Winkelmann zeigte sich angetan von der Philosophie und setzt darauf, bei der Gesundheitsversorgung die Physiotherapie und generell Sportangebote noch stärker in den Blick zu nehmen. Das gelte gerade auch für den ländlichen Raum. „Auf Initiative unseres Landesgesundheitsministers Karl-Josef Laumann übernimmt das Land seit 2021 beispielsweise das Schulgeld für Gesundheitsberufe. Wenn man bedenkt, dass ein Medizinstudium im Zweifel auch kostenlos ist, halte ich das für gerecht“, so die Christdemokratin. „Zusätzlich haben wir die Schulen für Pflege- und Gesundheitsberufe in den vergangenen drei Jahren mit zusätzlich 350 Millionen unterstützt, um Modernisierungsmaßnahmen und bis zu 12.000 neue Ausbildungsplätze zu ermöglichen.“

Philipp Rutenkröger lobte insbesondere die Abschaffung des Schulgeldes. Was er sich wünschen würde, ist ähnlich der Reform der Hebammenausbildung auch eine Akademisierung in der Physiotherapie. „Das würde uns als Berufsvertretern auch eine stärkere Stimme gegenüber den Ärzten und Krankenkassen verschaffen, wenn sie sehen, dass dahinter ein Studium und wissenschaftliches Wissen steht“, sagte er. Philipp Rutenkröger ist überzeugt, dass eine physiotherapeutische Behandlung auch vielfach den Gang zum Arzt ersparen könne. „Wenn wir den Patienten den direkten Zugang zu Physiotherapeuten ermöglichen würden, ohne vorher ein Rezept beim Arzt beantragen zu müssen, könnte das viele Praxen entlasten.“

Bianca Winkelmann nahm den Hinweis dankbar auf und sieht es als wesentliche Aufgabe an, Gesundheitsversorgung in ihrer ganzen Bandbreite zu stärken: „Die Voraussetzung für ein sicheres und gesundes Leben ist eine breite Palette von ausreichend Hausärzten über wohnortnahe Kliniken bis hin zu Hebammen und Physiotherapeuten, aber auch starke Sportvereine gehören dazu.“